Die 10 wichtigsten Fragen zum Heizen mit Holzpellets

1. Was sind Holzpellets?

Holzpellets sind genormte, zylindrische Presslinge aus getrocknetem, naturbelassenem Restholz wie Sägemehl und Hobelspäne. Sie sind nur ca. 6 mm dick und halb so lang wie ein Streichholz (Länge von 10-30 mm). Durch eine geringe Restfeuchte haben sie – im Vergleich zu anderen biogenen Brennstoffen  einen hohen Heizwert von ca. 5 kWh/kg. Damit entspricht der Energiegehalt von einem Kilogramm Pellets ungefähr einem halben Liter Heizöl.

2. Wie werden Holzpellets hergestellt?

Holzpellets werden aus Resten der Sägeindustrie – so genannte Sägenebenprodukte  wie Sägemehl und Hobelspäne hergestellt. Sie werden ohne Zugabe von chemischen Bindemitteln unter hohem Druck gepresst. Als Zugabe sind lediglich geringe Mengen an Presshilfsmitteln (Stärke) gestattet. Als natürliches Bindemittel dient der holzeigene Stoff Lignin.

3. Woher stammen die Holzpellets in Deutschland?

In Deutschland hat sich ein gut ausgebautes Hersteller- und Liefernetz etabliert, das die Versorgung mit Holzpellets flächendeckend sicherstellt. Viele der Pelletshersteller finden sich in den Mittelgebirgsregionen, in der Nähe zur Sägeindustrie. Aber auch verstärkt im Norden können Holzpellets produktionsnah bezogen werden. Insgesamt gibt es in Deutschland mehr als 20 Pelletshersteller und ein bundesweites Netz von Pelletshändlern. Die Produktionskapazität lag in 2004 bei ca. 210.000 Tonnen. (Quelle: Solar Promotion GmbH). Vorreiter in der Nutzung von Holzpellets waren Skandinavien und Österreich. In Österreich liegt in einigen Gebieten der Anteil der Pelletsanlagen bei Neubauten bei über 60 Prozent.

4. Was zeichnet qualitativ hochwertige Holzpellets aus?

In Deutschland und Österreich gibt es strenge Normvorschriften für die Herstellung von Holzpellets. Dabei werden u.a. die Dichte, das Abriebverhalten, der Feuchtigkeitsgehalt und die Emissionswerte geprüft. Die Qualitätsanforderungen für den genormten Brennstoff sind in Deutschland in der DIN 51731 und in Österreich in der ÖNORM M 7135 festgelegt. Seit Frühjahr 2002 kann man in Deutschland noch das Zertifikat DIN plus beantragen, eine Kombination aus der DIN 51731 und der ÖNORM M 7135, die zusätzlich Anforderungen an Abriebfestigkeit und Prüfverfahren stellt.

5. Wie kommen die Holzpellets zu mir ins Haus?

Holzpellets werden wie Öl mit einem Tankwagen angeliefert und in den Lagerraum eingeblasen. Der Transport ist völlig ungefährlich - wichtig ist, dass die Holzpellets trocken transportiert und gelagert werden.

6. Wie werden Holzpellets gelagert?

Holzpellets benötigen aufgrund ihrer hohen Energiedichte ein deutlich geringeres Lagervolumen als beispielsweise Scheitholz. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus (Wohnfläche 160 m²) kann der bestehende Öllagerraum genutzt werden. Als Mindestgröße benötigt der Hausbesitzer mindestens sieben Kubikmeter. Fehlt ein Lagerraum, so kann der Besitzer nachträglich noch einen einbauen. Eine bequeme Lagermöglichkeit bietet das Gewebesilo Pelletton. Das Silo besteht aus hochwertigem Polyestergewebe, lässt sich leicht montieren und lagert die Holzpellets ohne Qualitätsverlust.

7. Wie funktioniert das Heizen mit Holzpellets?

Holzpellets werden in speziellen Holzpelletskesseln verbrannt. Die Pelletskessel können einzelne Räume erwärmen oder als Zentralheizungssystem komplett zur Raumheizung und Warmwassererwärmung dienen. Der Wirkungsgrad der Öfen liegt über 90 Prozent. Der Transport der Pellets zu den Kesseln erfolgt automatisch über ein Schnecken- oder Saugsystem. Automatische Holzpellet-Zentralheizungen bieten einen ähnlichen Komfort wie Öl-, Gas- oder Stromheizungen. Insgesamt sind in Deutschland bereits ca. 30.000 Holzheizungen installiert. (Quelle: Deutscher Energie-Pellet-Verband e. V.)

8. Wie groß muss der Heizkessel sein und wie viel Holzpellets brauche ich, um ein Einfamilienhaus zu beheizen?

Ein Holzpellets-Heizkessel für ein Einfamilienhaus hat durchschnittlich 15 kW. Zur Beheizung benötigt man zwischen vier bis sechs Tonnen Pellets im Jahr, das entspricht einer Menge von 2.000 bis 3.000 Litern Öl.

9. Wie oft muss ich den Aschekasten leeren?

Pro verbrannte Tonne Holzpellets muss der Aschekasten einmal geleert werden, das heißt ungefähr vier- bis sechsmal jährlich. Die Asche dient als guter Gartendünger.

10. Warum sind Holzpellets-Kessel eine ökologische Alternative zu konventionellen Heizsystemen?

Pellets verbrennen im Gegensatz zu fossilen Energieträgern CO2-neutral. Das bedeutet, dass bei der Verbrennung der Pellets nur die Menge an Kohlendioxid (CO2) freigesetzt wird, die der Baum zuvor beim Wachsen aufgenommen hat. CO2 gilt als einer der Hauptverursacher für den Treibhauseffekt.